Schildkröten richtig halten

Wer die Anschaffung eines Aquariums plant oder rein solches bereits besitzt, wird womöglich darüber nachgedacht haben, eine Schildkröte zu kaufen. Dass gerade Schildkröten sich wachsender Beliebtheit als Haustiere erfreuen, liegt vor allem daran, dass sie als sehr genügsam und ihre Haltung als wenig aufwendig gilt.

In Wahrheit ist vor und nach dem Kauf einer Schildkröte sehr vieles zu beachten, denn wer eine Schildkröte besitzt, kann vieles falsch machen, angefangen bei der Inanspruchnahme falscher Beratung. Das geht dann auf Kosten dieses sensiblen Lebewesens.

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Informieren ist das A und O
Unter den hierzulande beliebten Haustieren gibt es kaum eine vielfältigere Tiergattung als die Schildkröte. Das liegt vor allem daran, dass Schildkröte nicht gleich Schildkröte ist. Schließlich können die Tiere in freier Wildbahn in verschiedensten Lebensräumen wie den Tropen, in der Wüste, im Meer oder an der Küste beheimatet sein. Auch in Sachen Fressverhalten ist von Fleischfressern bis zu reinen Pflanzenfressern alles zu finden. Auch die Ansprüche, was den benötigten Platz angeht, variieren von Art zu Art.

Daher empfiehlt es sich dringend, sich vorab selbst über die Anforderungen eine jeweiligen Art zu informieren.

Terrarium oder nicht?
In Zoofachhandlungen wird oft der Eindruck vermittelt, Schildkröten könnten im Terrarium oder abwechselnd in einem solchen und ein paar Stunden Freigang jeden Tag gehalten werden. Beides ist falsch.

Denn bei Schildköten ist die Frage nach dem Terrarium eine Entweder-oder-Frage. Die meisten Schildkrötenarten, darunter die hierzulande beliebte Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) oder die Europäische Landschildkröte können nur in einem Freigehege mit der entsprechenden Bepflanzung gehalten werden. Werden die Tiere in einem jungen Alter erworben, wachsen diese noch nach und der Platzanspruch der Tiere wächst sogar noch.

Andere Landschildkröten dagegen können nur im Terrarium gehalten werden und benötigen dann auch artgerechte Beleuchtung. Von Wasserschildkröten wird Anfängern dagegen abgeraten, da deren Haltung im Terrarium noch wesentlicher komplexer ist als die von Landschildkröten.

Viel Freiraum
Die Landschildkröte benötigt einen vertrauten und gleichbleibenden Lebensraum und sollte daher nicht vom Terrarium in den Garten hin- und hergetragen werden. Das bedeutet für die Tiere lediglich Stress und kann die Tiere bis hin zur Krankheit belasten.

Wichtig ist, dass Schildkröten genug Platz haben, um einander sowie anderen Tierarten aus dem Weg gehen zu können. Dazu brauchen sie Schlaf- sowie Versteckmöglichkeiten.

Hält das Tier eine Winterstarre, muss es den jahreszeitlichen Wechsel der Temperaturen von Warm zu Kalt mitmachen. Unter ständiger Wärme wer eine Winterstarre nicht möglich.

Futter
Laien glauben oft, dass die Schildkröte sich mit Salat, Obst, Gemüse, Küchenabfällen oder sogar Brot ernähren lasse. Das ist falsch und kann ebenfalls zu schwerer Krankheit in Form von Organschäden und dem Tod führen. In Wahrheit benötigt jede Schildkröten Art die auf sie abgestimmte Art von Futter.